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Kiwa-Whitepaper: Laboruntersuchungen an gealterten Sprinklerköpfen

1. Prüfung von Sprinklerköpfen

   1.1.   Die Prüfung von Sprinklerköpfen ist von entscheidender Bedeutung.

Sind sie richtig auf die Gegebenheiten abgestimmt, sind Sprinkleranlagen sehr zuverlässig und können eine lange Lebensdauer haben. Eine hohe Zuverlässigkeit ist wichtig, da die ordnungsgemäße Funktion dieser Art von Anlagen erst im Brandfall „sichtbar” wird. Um sicherzustellen, dass die Anlage im entscheidenden Moment ihre Aufgabe erfüllt, müssen alle Komponenten ordnungsgemäß gewartet und ihre korrekte Funktion überprüft werden.

Eine zertifizierte Wartung und eine unabhängige Inspektion der Anlage sind wichtige Instrumente, um das Vertrauen in den Sprinklerschutz aufrechtzuerhalten. Die Sprinklerköpfe sind entscheidende Komponenten einer Sprinkleranlage. Eine unabhängige Überprüfung dieser Köpfe in Form einer Produktzertifizierung und umfangreicher Tests im Herstellungsprozess gibt die Gewissheit, dass die Sprinklerköpfe rechtzeitig aktiviert werden und, sofern die Anlage hydraulisch richtig ausgelegt ist, die richtige Wassermenge und das richtige Sprühmuster verteilen. Doch was ist, wenn diese Sprinkler schon vor längerer Zeit installiert wurden? Ist das Vertrauen, das wir in die ordnungsgemäße Funktion eines solchen Systems setzen, noch gerechtfertigt?

Die Prüfung repräsentativer Sprinklerproben gibt Aufschluss über die Funktionsweise dieser Sprinkler. Durch die Durchführung einiger der gleichen Tests wie bei der Typenzulassung können die Auswirkungen von Alterung und Verschmutzung auf die Funktion der Sprinkler gemessen werden. Untersuchungen haben gezeigt, dass die ordnungsgemäße Funktion eines Sprinklers anhand einer visuellen Beurteilung nicht zuverlässig eingeschätzt werden kann. Tests haben ergeben, dass selbst kaum verschmutzte Sprinkler aufgrund eines hartnäckigen Randes, der sich nicht abwaschen lässt, eine starke Verringerung des K-Faktors aufweisen können. Selbst eine leichte Verunreinigung kann dazu führen, dass die Schließplatte sich überhaupt nicht löst (auch nicht bei höheren Drücken).

In diesem Zusammenhang sehen die Sprinklervorschriften Fristen vor, innerhalb derer die Sprinkler geprüft werden müssen, und legen die erforderliche Anzahl der zu prüfenden Proben fest. Diese Fristen hängen vom Sprinklertyp und der zu messenden „Menge” ab, sind jedoch immer an die Nutzungsdauer gekoppelt. Die Stichprobengröße hängt von der erwarteten Streuung der Prüfergebnisse ab.

In diesem Whitepaper geben wir unsere Einschätzung dazu ab, welche Sprinkler wann und nach welchen Kriterien geprüft werden sollten, um das Vertrauen in ihre Sicherheit aufrechtzuerhalten. Dabei haben wir relevante (internationale) Vorschriften herangezogen, darunter NFPA 25, CEA4001, EN12845 und VdS2091. Diese Dokumente beschreiben die Prüfung von Sprinklern in der Nutzungsphase. In NFPA 25 werden solche Prüfungen als „Felddienstprüfungen” bezeichnet.

 

2. Welcher Test ist für welche Art von Sprinkler erforderlich?

Die in Sprinkleranlagen verwendeten Sprinkler werden vor ihrer Markteinführung ausgiebig getestet. Dabei werden sie unter anderem auf Probleme wie Beständigkeit gegen statischen und dynamischen Druck (Wasserschlag), Alterung (Korrosionstests), Funktionsfähigkeit, Kapazität (K-Faktor), Öffnungstemperatur, thermische Empfindlichkeit (RTI), Sprühmuster und Vibrationsempfindlichkeit geprüft.

Um festzustellen, ob gealterte Sprinkler noch zuverlässig funktionieren, wäre eine Wiederholung der Typprüfungen aussagekräftig. So ließe sich klären, welche Auswirkungen Alterung und Verschmutzung auf die Funktion der Sprinkler haben. Eine derart umfangreiche Prüfung ist jedoch zeitaufwändig und kostspielig. Es müssen Möglichkeiten gefunden werden, dies effizienter zu gestalten.

Daher ist es wichtig, die für das gewählte Schutzkonzept entscheidende spezifische Leistung eines Sprinklers zu ermitteln und dann abzuschätzen, ob diese Leistung im Laufe der Zeit negativ beeinflusst werden kann. Relevant sind dabei die Funktionsprüfung (Öffnet sich der Sprinkler und führt dies zu einem guten Sprühmuster?), der K-Faktor (Wie viel Wasser liefert der Sprinkler noch bei einem bestimmten Druck?), die Ansprech-Temperatur (Bei welcher Temperatur hat sich das wärmeempfindliche Element aktiviert?) und die RTI (die thermische Empfindlichkeit, d. h. wie schnell reagiert der Sprinkler auf heiße Gase?). Anschließend können gezielte Tests zur Sprinklerleistung durchgeführt werden. Die Häufigkeit dieser Tests sollte der Geschwindigkeit entsprechen, mit der Alterungseinflüsse die Leistung der Sprinkler beeinträchtigen.

 

   2.1.   K-Faktor und Funktionsprüfung

Bei allen Sprinkleranlagen ist es wichtig, dass die Kühlwirkung des Wassers die Wärmeabgabe eines Brandes übersteigt. Das bedeutet, dass die hydraulischen Bedingungen der Anlage überwacht werden müssen. Bei Sprinklern muss jede Verringerung des K-Faktors, die beispielsweise durch Verschmutzungen und Ablagerungen verursacht wird, überwacht werden. Dies ist durch eine Durchflussprüfung möglich, bei der der K-Faktor ermittelt wird. Anschließend kann der gemessene K-Faktor mit dem Nenn-K-Faktor verglichen werden. Der Nenn-K-Faktor ist der K-Faktor des Sprinklers, wie er im Datenblatt angegeben ist und in den Auslegungsberechnungen verwendet wird. So lässt sich die Verringerung des K-Faktors ermitteln. Die Ergebnisse der von Kiwa FSS durchgeführten Feldtests zeigen, dass in 17 % der Chargen, die getestet wurden, Sprinkler mit einer Verringerung des K-Faktors um 10 bis 30 % vorhanden waren. In 9 % der getesteten Chargen wurde eine Verringerung des K-Faktors um mehr als 30 % festgestellt. Dies entspricht 8 % der getesteten Sprinkler.

Auffällig ist auch, dass die K-Faktor-Reduzierung von Sprinklern aus derselben Charge stark variiert. In 3 % der getesteten Chargen öffnen sich von der oben genannten Gruppe von Sprinklern ein oder mehrere Sprinkler nach der Aktivierung nicht. Es ist daher wichtig, sich rechtzeitig ein klares Bild von diesen unerwünschten Situationen für alle Arten von Sprinkleranlagen zu machen. Wir müssen uns auch der Tatsache bewusst sein, dass diese Überprüfung bei Konstruktionen, bei denen eine Verringerung der maximalen Sprühfläche auf der Grundlage eines bestimmten K-Faktors zulässig ist, noch wichtiger ist.

 

   2.2.   Auslösetemperatur

Die Öffnung eines Sprinklers wird durch ein wärmeempfindliches Element ausgelöst. Dabei kann es sich um eine Glasampulle oder eine Schmelzlotverbindung handeln. Die wärmeempfindlichen Elemente der installierten Sprinkler müssen in einem vordefinierten Temperaturbereich reagieren. Wenn die Alterung des Sprinklers zu einer „Abweichung” der Öffnungstemperatur führt, kann dies im Brandfall zu einer unerwünschten Aktivierungsreihenfolge (sogenanntes „Skipping”) führen. Dadurch ergibt sich ein anderer Sprühbereich als der, für den die Anlage ausgelegt wurde. Unsere Tests zeigen, dass etwa ein Prozent der untersuchten Sprinkler eine geringe Abweichung der Öffnungstemperatur aufweisen (weniger als zehn Grad Celsius Abweichung). Weitere ein Prozent weisen eine größere Abweichung auf (mehr als 20 °C).

Bei Sprinkleranlagen, bei denen durch die Wahl einer bestimmten Öffnungstemperatur eine Verringerung des maximalen Sprühbereichs zulässig ist, ist die Überwachung der Öffnungstemperatur besonders wichtig. Die NFPA verwendet für Sprinkler die folgenden Temperaturklassen: „normale Temperatur“ (57–77 °C), „mittlere Temperatur“ (79–107 °C) und „hohe Temperatur“ (121–149 °C). Auf der Grundlage dieser Temperaturklassen werden maximale Sprühflächen festgelegt. Reduzierungen der Sprühflächen sind möglich oder es werden Anforderungen an die Sprühdichte geknüpft. Um sicherzustellen, dass die Leistungsanforderungen einer Sprinkleranlage auf der Öffnungstemperatur der installierten Sprinkler basieren, ist eine Überwachung dieser Öffnungstemperatur wichtig.

 

   2.3.   Thermische Empfindlichkeit (RTI)

Neben der Öffnungstemperatur ist insbesondere bei NFPA- und FM-basierten Systemen die thermische Empfindlichkeit des wärmeempfindlichen Elements von entscheidender Bedeutung. Bei Brandschutzsystemen mit schnell reagierenden Sprinklern (RTI ≤ 50) ist eine hohe Reaktionsgeschwindigkeit unerlässlich. Dies wird durch Minimierung der Masse der wärmeempfindlichen Elemente erreicht, wodurch die Reaktion auf Temperaturanstiege beschleunigt wird. Neben dem möglichen Einfluss der Alterung auf die Empfindlichkeit kann auch die Verschmutzung der Sprinkler einen starken negativen Einfluss auf die thermische Empfindlichkeit haben.

Die Bedeutung des RTI wird dadurch unterstrichen, dass die NFPA 25 Anforderungen zur Bestimmung des RTI von installierten Sprinklern nach 20 Jahren beispielsweise in Lagerräumen festlegt. Die Ablehnungskriterien für Schnellsprinkler liegen dabei bei 50 (m*s)¹/². Eine begrenzte Abnahme des RTI im Laufe der Zeit wird daher akzeptiert (die Typgenehmigungsanforderungen für ESFR-Sprinkler liegen bei 36 (m*s)¹/²). Genau wie bei der Öffnungstemperatur und dem K-Faktor muss der RTI-Überwachung besondere Aufmerksamkeit gewidmet werden, wenn ein Sprinkler mit einem bestimmten RTI-Wert ausgewählt wird. Dies kann beispielsweise zu einer Verringerung der Sprühfläche führen. Unsere Tests zeigen, dass etwa 11 % der auf RTI getesteten Sprinkler die NFPA-25-Kriterien nicht erfüllen.

3. Die Stichprobengröße

Der Zweck der Prüfung besteht darin, einen repräsentativen Überblick über die Auswirkungen von Alterung und Verschmutzung auf die Funktion der installierten Sprinkler zu erhalten. Um die richtige Stichprobengröße zu ermitteln, ist es wichtig, die Streuung der Prüfergebnisse sowie etwaige Unterschiede zwischen den verschiedenen Sprinklertypen zu berücksichtigen. Wenn bestimmte Prüfungen eine relativ große Streuung der Prüfergebnisse aufweisen, ist eine größere Stichprobengröße erforderlich, um ein klares Bild zu erhalten als bei Prüfungen, deren Ergebnisse eine geringere Streuung aufweisen.

 

   3.1.   K-Faktor und Funktionstest

Wie in Abschnitt 2.1 dargelegt, gibt es erhebliche Unterschiede beim Rückgang des K-Faktors von Sprinklern derselben Charge. Insbesondere scheint der Rückgang des K-Faktors durch Verschmutzungen stark von den örtlichen Gegebenheiten abzuhängen. Dies gilt auch für Sprinkler, die sich nicht öffnen, weil die Dichtung festsitzt. Um einen repräsentativen Überblick zu erhalten, ist eine große Stichprobengröße erforderlich. Die von VdS 2091 festgelegte Mindestchargengröße für die Funktions- und K-Faktor-Prüfung (mindestens 16 Stück) entspricht unseren Erkenntnissen und scheint eine gute Grundlage zu sein. Wir stellen jedoch fest, dass wir große Unterschiede zwischen den einzelnen Sprinklertypen derselben Anlage beobachten. Daher sind wir der Meinung, dass die genannte Chargengröße pro Marke/Typ von Sprinklern gelten sollte. Die von VdS 2091 vorgeschriebene Stichprobengröße von 0,32 % der installierten Sprinkler pro Gebäude ist angesichts der Streuung der Testergebnisse und der Stichprobengröße sehr gering. NFPA 25:2023 verwendet eine Stichprobengröße von einem Prozent für Feldtests zur Bewertung der RTI. Da auch hier die Schwankungen der Testergebnisse stark von den Umständen abhängen, ist diese Stichprobengröße auch für den K-Faktor und den Funktionstest gerechtfertigt. Die in NFPA 25 für Feldtests angegebene Mindestchargengröße von vier ist für diesen speziellen Test jedoch unzureichend.

 

   3.2.   Öffnungstemperatur

Die Analyse unserer Testergebnisse zeigt, dass ein „Gleiten” der Öffnungstemperatur nicht ausgeschlossen werden kann. Die innerhalb derselben Charge identischer Sprinkler beobachteten Schwankungen der Öffnungstemperatur scheinen jedoch geringer zu sein als die Schwankungen der K-Faktoren innerhalb einer Charge desselben Sprinklertyps. Daher erscheint eine geringere Stichprobengröße gerechtfertigt, um ein repräsentatives Bild der installierten Sprinkler zu erhalten. Die in VdS 2091 genannte Chargengröße von 4 pro 5.000 Sprinkler pro Gebäude und gleichen Bedingungen entspricht 0,08 %. Diese Stichprobengröße ist jedoch zu klein, wenn die Wahl der Öffnungstemperatur zu einer Verringerung der Leistungsanforderungen (Verringerung der Sprühdichte oder des Sprühbereichs) geführt hat. Vergleicht man die Ergebnisse der Funktions- und K-Faktor-Prüfung mit denen der Öffnungstemperatur, erscheint eine ähnliche Reduzierung der Chargengröße auf 0,25 % bei mindestens vier Sprinklern gerechtfertigt. Die Stichprobengröße sollte pro Marke und Typ von Sprinklern mindestens 4 betragen, wobei für den Typ dieselbe Definition verwendet werden kann, die von der NFPA für die Stichprobengröße bei Feldversuchen an RTI verwendet wird.

 

   3.3.   Thermische Empfindlichkeit (RTI)

Bei der Prüfung im Außendienst beschreibt die NFPA lediglich die Bewertung der RTI. Der K-Faktor-Test und der Funktionstest sind hingegen keine Bestandteile der Prüfung im Außendienst. Die Stichprobengröße der NFPA beträgt 1 % der Gesamtanzahl der Sprinkler, wobei mindestens vier Sprinkler pro Stichprobenbereich berücksichtigt werden müssen. Wichtig ist, dass die Stichprobe repräsentativ für den Stichprobenbereich ist und alle Typen und Hersteller von Sprinklern in diesem Bereich Teil der Stichprobe sind. Da lokale Bedingungen zu großen Unterschieden in Art und Grad der Verschmutzung führen können, ist mit einer erheblichen Streuung der Testergebnisse zu rechnen. Dies rechtfertigt die Mindeststichprobengröße von einem Prozent pro Marke und Typ von Sprinkler. Zu beachten ist, dass zur Bestimmung des RTI zwei verschiedene Tests im Windkanal durchgeführt werden müssen. Dabei werden die Testergebnisse der Öffnungstemperatur [°C] und der Geschwindigkeit [s] zur Berechnung des RTI herangezogen. Sind in einem Objekt mehrere Typen und Hersteller von Sprinklern vorhanden, muss die Mindeststichprobengröße auf vier pro Typ und Hersteller festgelegt werden.

 

4. Die Testhäufigkeit

Wie bereits erwähnt, dient sie dazu, die Auswirkungen von Alterung und Verschmutzung auf die Leistungsanforderungen der installierten Sprinkler zu ermitteln. Die Auswirkungen auf die Wirksamkeit der Sprinkleranlage aufgrund der Verringerung bestimmter Leistungsanforderungen unterscheiden sich je nach Schutzkonzept. Daher ist es wichtig, schnell zu ermitteln, mit welcher Verringerung der Leistungsanforderungen im Laufe der Zeit zu rechnen ist und welche Auswirkungen diese auf den Betrieb des gewählten Sprinklerkonzepts haben werden. Ein schneller Rückgang einer bestimmten Leistungsanforderung, der sich erheblich auf den zuverlässigen Betrieb der Sprinkleranlage auswirkt, macht es erforderlich, diesen Rückgang so schnell wie möglich zu ermitteln. Nach dem derzeitigen Kenntnisstand haben wir Erfahrung mit Sprinklern, die zum ersten Mal getestet werden. Es ist davon auszugehen, dass die Auswirkungen von Alterung und Verschmutzung mit der Zeit exponentiell zunehmen. Die NFPA hat diesbezüglich bereits Erfahrungen gesammelt und daher die Häufigkeit der Nachuntersuchungen für die Feldtests erhöht.

 

   4.1.   K-Faktor und Funktionstest

Die von Kiwa FSS Testing durchgeführten Tests (siehe 2.1) zeigen, dass die Verringerung des K-Faktors bei vor nicht mehr als 20 Jahren installierten Sprinklern erheblich sein kann. Das Gleiche gilt für die Blockierung des Ausflusses nach der Aktivierung, die dadurch verursacht wird, dass die Schließplatte nicht freigegeben wird. Aufgrund der Ergebnisse von Kiwa FSS scheint der Ausgangspunkt von VdS 2091 (Durchführung einer Funktions- und K-Faktor-Prüfung für Sprinkler, die seit 25 Jahren in Betrieb sind) angemessen zu sein. Unsere Daten zeigen, dass eine Prüfung nach 20 Jahren Betrieb durchaus gerechtfertigt ist.

 

   4.2.   Öffnungstemperatur

Die Streuung der Testergebnisse hinsichtlich der Öffnungstemperatur ist geringer als die des K-Faktors und des Funktionstests. Aber auch hier weisen bis zu 20 Jahre alte Sprinkler noch erhebliche Abweichungen auf. Angesichts des geringen Prozentsatzes an Abweichungen von mehr als 10 °C erscheint eine Prüfung nach 25 Jahren Montage gemäß VdS 2091 sinnvoll. Aus praktischen Gründen könnte diese Häufigkeit an die des K-Faktors und der Funktionsprüfung angepasst werden.

 

   4.3.   Thermische Empfindlichkeit (RTI)

In den Niederlanden haben wir nur begrenzte Erfahrungen mit den Auswirkungen von Alterung und Verschmutzung auf die RTI. Die NFPA hat auf Basis von UL-Daten einen besseren Einblick in diesen Bereich und hat in ihrer neuesten Aktualisierung der NFPA 25 die Häufigkeiten an die neuen Statistiken angepasst. In der NFPA 25:2023 wurde die Häufigkeit zur Bestimmung des RTI von Schnellsprinklern unter verschmutzten Bedingungen, wie sie beispielsweise in Lagerräumen auftreten, unverändert bei 20 Jahren festgelegt. Für solche Sprinkler unter günstigeren Bedingungen, z. B. in Büroumgebungen, wurde die Häufigkeit auf 25 Jahre erhöht. Unter beiden Bedingungen sollten die Sprinkler alle zehn Jahre erneut getestet werden, um den RTI zu überwachen.

 

5. Wann sind Sprinkler sinnvoll?

Mit der Prüfung wird festgestellt, ob die Sprinkler rechtzeitig aktiviert werden und das Wasser in der richtigen Menge und im richtigen Sprühmuster verteilen. Was in diesem Zusammenhang „rechtzeitig” und „in der richtigen Menge” bedeutet, hängt vom gewählten Sicherheitskonzept und den jeweiligen Umständen ab.

 

   5.1.   K-Faktor und Funktionsprüfung

In Bezug auf die Funktionsfähigkeit der Sprinkleranlage gilt gemäß NFPA 25 folgende Anforderung: 0,5 bar oder der angegebene Öffnungsdruck. NFPA 25 enthält jedoch keine Kriterien für die zulässige Verringerung des K-Faktors. In Amerika sind viele Anlagen an öffentliche Wasserversorgungssysteme angeschlossen. Diese haben höhere Kapazitäten und Drücke als in Europa. Bei europäischen Sprinkleranlagen sollten wir uns daher auf die europäischen Vorschriften und unsere verfügbaren Testergebnisse für den K-Faktor-Test konzentrieren.

In der VdS 2091 wurden auf der Grundlage von CEA 4001 Bewertungskriterien für den K-Faktor von Sprinkleranlagen formuliert. Eine Reduzierung des K-Faktors eines einzelnen Sprinklers auf 10 % des Nennwerts gilt nach 25 Jahren Betrieb als normal. Die Ablehnungskriterien der VdS 2091 sind eine Kombination aus den Prüfergebnissen der Ansprech-Temperatur, der Funktionsprüfung und des K-Faktor-Tests. Grundsätzlich bedeutet der K-Faktor, dass eine durchschnittliche K-Faktor-Reduzierung von bis zu 15 % akzeptabel ist, sofern die K-Faktor-Reduzierung jedes einzelnen Sprinklers 30 % nicht übersteigt.

Wie in Abschnitt 2.1 dargelegt, kann die Reduzierung des K-Faktors nicht losgelöst von den hydraulischen Bedingungen des Rohrleitungsnetzes sowie den Nutzungsbedingungen, d. h. dem Umfang der verfügbaren hydraulischen Veränderung, betrachtet werden. Die VdS 2091 bewertet die Sprinkler jedoch getrennt von den hydraulischen Bedingungen des Rohrleitungsnetzes. Das Überschreiten der Ablehnungskriterien der VdS 2091 sollte daher nicht als Grenze für den Austausch der Sprinkler, sondern als Grenze für zusätzliche Untersuchungen angesehen werden.

Darüber hinaus muss bei Systemen mit kleineren Sprühflächen als bei CEA-4001-Systemen, wie z. B. ESFR, die Frage gestellt werden, ob eine durchschnittliche K-Faktor-Reduzierung von 15 % akzeptabel ist. Die Fehlfunktion von Sprinklern in solchen Systemen beeinträchtigt die ordnungsgemäße Funktion des Gesamtsystems stärker als bei CEA-4001-Systemen. Eine durchschnittliche Verringerung des K-Faktors um 10 % gegenüber dem Nennwert erscheint für diese Systeme daher eher gerechtfertigt.

 

   5.2.   Öffnungstemperatur

Für die Öffnungstemperatur hat VdS 2091 Bewertungskriterien formuliert, die eine Bandbreite von 20 °C im Vergleich zu den Zulassungskriterien der EN 12259-1:1999 aufweisen. In dieser Norm war die zulässige Abweichung für die Ansprech-Temperatur bei Sprinklern mit Glaskolben groß. Gemäß dieser Version der Norm hatten Sprinkler mit Glaskolben und einer Nennansprechtemperatur von 68 °C eine Obergrenze von 86 °C. Bei Verwendung der VdS 2091 würde ein Problem nur dann erkannt werden, wenn eine Ansprech-Temperatur von 106 °C überschritten würde. Für nach 1999 hergestellte Sprinkler, für die die Typgenehmigungskriterien eine Obergrenze von 71 °C vorsehen (für CEA 4001 und gleichwertige Systeme), wäre eine Obergrenze von 91 °C angemessener.

Unter Berücksichtigung der in Abschnitt 2.2 genannten Testergebnisse erscheint eine Bandbreite von ±10 °C im Vergleich zu den Typgenehmigungskriterien des betreffenden Sprinklers angemessen.

 

   5.3.   Thermische Empfindlichkeit (RTI)

Wie in Abschnitt 2.3 erläutert, ist eine rechtzeitige Auslösung der Sprinkleranlage von großer Bedeutung. Es liegen jedoch nur begrenzt europäische Testergebnisse zu den Auswirkungen von Alterung und Verschmutzung auf die RTI vor. In Bezug auf die Bedingungen, unter denen Sprinkleranlagen betrieben werden (und die sich auf Alterung und Verschmutzung auswirken), gibt es jedoch keine wesentlichen Unterschiede zu amerikanischen Anlagen, die auf Grundlage der NFPA 25 gewartet und geprüft werden.

In NFPA 25:2020 sind die folgenden Ablehnungskriterien für die Prüfung alter Sprinkler hinsichtlich der RTI angegeben. Die Überschreitung dieser Ablehnungskriterien führt zum Austausch der Sprinkler, für die die Charge eine repräsentative Stichprobe war.

 

Sprinklertyp Maximale RTI  [(ms)½ ]
Standardantwort 250
Schnelle Reaktion und Wohnbereich 65
ESFR 50

 

 

6. Zusammenfassung

Die Auswirkungen der Alterung und Verschmutzung von Sprinklern auf die Wirksamkeit eines Sprinklerschutzsystems hängen vom gewählten Schutzkonzept ab. Die Streuung der Testergebnisse bestimmt darüber hinaus die Stichprobengröße und eine effektive Testhäufigkeit kann auf der Grundlage vorhandener Erfahrungen und Testergebnisse festgelegt werden. Um Laborprüfungen reproduzierbar und untereinander vergleichbar zu machen, müssen sie gemäß den in EN 12259-1, ISO 6182-1, UL 199 und FM 2000 bzw. FM 2008 beschriebenen Prüfverfahren durchgeführt werden.

Die Tabellen in diesem Absatz zeigen basierend auf den in diesem Whitepaper erwähnten Erfahrungen und Analysen für jeden Schutzsystemtyp, welche Prüfungen, Stichprobengrößen, Prüfkriterien und Prüfhäufigkeiten zu einem effektiven und effizienten Ansatz führen würden, um das Vertrauen in die Wirksamkeit des Sprinklerschutzes zu erhöhen.

[1] NFPA 25:2023; 20 Jahre für „ESFR und CMSA mit schnell reagierenden Elementen” und 25 Jahre für andere „schnell reagierende” Systeme unter günstigen Bedingungen, wie in Büros und Wohnhäusern.

[1] Wenn als „korrosionsbeständig” aufgeführt.

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